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Formel 1 2010 – Die Teams

by Matthias Fraass on März 12th, 2010

Bei den Teams hat sich einiges geändert. Fangen wir mal beim WM-Team an:

Brawn GP.
– wurde von Mercedes gekauft und heißt jetzt “Mercedes Grand Prix”. Die Ehe mit McLaren war ja schon lange zerrüttet und als letztes Jahr McLaren auch noch einen direkten Konkurrenten zum Mercedes SLS vorstellte, war das Maß wohl voll. Man kaufte sich ein Top-Team mit Ross Brawn an der Spitze, der Schumacher schon bei Benetton und Ferrari zum Weltmeister machte. Und Button bei Brawn GP.
Die alten Piloten Button und Barrichello wollten weg, so daß sich auch hier alles änderte: Nach Nico Rosberg kam pünktlich zu Weihnachten die Verkündung, die schon die Spatzen von den Dächern pfiffen: Michael Schumacher feiert sein Comeback. Er hat wohl schon bei Ferrari am Comeback gefeilt und auf ein drittes Auto gehofft. Nachdem die es aber nicht einsetzen wollten, hat er sich woanders umgesehen. Mercedes leckt sich eigentlich schon seit 10 Jahren die Finger nach ihm und so ist man dort entsprechend euphorisch, einen solchen Werbeträger zu haben. Natürlich wird viel vom “deutschen Silberpfeil” gesprochen aber das deutscheste an dem Team sind die Fahrer. Konstruktion, Chassis und Motor kommen alle aus GB.
Egal. Diese Zusammensetzung ist schon ein ziemlicher Hammer.
Zu Schumacher komme ich in einem Extra-Posting.

McLaren
Das Team feiert Weltmeister Jenson Button als Neuzugang. Somit sitzen dort jetzt zwei Weltmeister – beide aus GB. Die britische Presse wird denen das Leben ähnlich schwer machen wie Mercedes GP.

Großbritannien gegen Deutschland – ein Klassiker schlechthin.

Zur Zeit ist bei McLaren zwar noch eitel Sonnenschein, aber McLaren war noch nie gut darin, für Harmonie unter seinen Piloten zu sorgen. Hamilton ist überehrgeizig – er wurde von seinem Vater und Ron Dennis geradezu dafür gezüchtet, Weltmeisterschaften zu gewinnen. Nun hat er sich von seinem Vater als Manager getrennt, um ihn während der Rennen als Vater wahrnehmen zu können. Sowas spricht doch Bände!
Die letzte Saison sollte ihn aber einigermaßen auf den Boden geholt haben. Aber er ist wieder hungrig und der McLaren scheint ein gutes Auto zu sein.
Button – ich glaube, er wird gegen Hamilton ähnlich wenig Land sehen wie schon Alonso (ebenfalls Ex-Weltmeister), weil das Team und das Auto um Hamilton herum gebaut wurden. Button hatte seine Zeit und ich finde wunderbar, daß er nach so vielen Durststrecken und miesen Teams letztes Jahr endlich alle Kritiker Lügen strafen konnte, die ihn als ewiges Talent gesehen haben. Aber ich glaube, für ihn war’s das jetzt.

Ferrari
Kimi Räikkönen hat seiner Lustlosigkeit endlich Konsequenzen fahren lassen und überschlägt sich jetzt in der Rallye-WM (tatsächlich hat er erst letztes Wochenende das Auto wiedermal gerollt). Somit ist Platz für Fernando Alonso geworden – ein Ex-Weltmeister der von vielen als komplettester und somit bester Pilot im Feld gehandelt wird. Der Ferrari scheint auch nicht gerade eine Gurke zu sein.
Massa ist nach seinem Horror-Unfall in Ungarn letztes Jahr (Fahrwerksteil an den Kopp) wieder da. Ich denke, er wird nicht langsamer sein als vorher – vielleicht sogar noch schneller.
Ich hab nie so richtig viel von ihm gehalten aber er ist vor 2 Jahren fast Weltmeister geworden und das muß man erstmal hinbekommen. Ich vermute aber, daß wenn Alonso das Auto halbwegs paßt, Massa den Kürzeren ziehen wird.

Red Bull Racing
Das Team ist etabliert und mittlerweile gibt es hier keine Entschuldigungen mehr. Es wird nicht weniger als der Weltmeistertitel vom Team und Sebastian Vettel erwartet.
Er hat schon letztes Jahr die WM in der Hand gehabt, sie aber in der ersten Saisonhälfte durch Ungeduld und Kollisionen verloren. Wobei ich diesen Kritikpunkt nicht ganz unterschreiben kann, weil ich durch meine Erfahrungen bei Online-Rennen die Weisheit bestätigen kann: man muss ab und zu mal einfach reinhalten, um den Respekt der andern Piloten zu erreichen – selbst wenn es einmal das Ausscheiden aus dem Rennen bedeutet. Die anderen Piloten müssen einfach wissen: da ist einer, den kann ich nicht mit der Brechstange überholen.
Ich denke, er ist mittlerweile schnell UND reif genug für den Weltmeistertitel. Ob das Auto es auch ist, werden wir sehen.
Seinen Teamkollegen Mark Webber müßte er wie auch im Vorjahr im Griff haben – wenn auch knapp.

Williams
Im Heck ist jetzt ein Cosworth-Motor. Ansonsten kann ich nicht viel über das Auto sagen.
Barrichello ist von Brawn GP zu Williams gegangen. Das ist mit Sicherheit keine Verbesserung. Ich denke auch, daß das die letzte Saison für den alten Sack sein wird ;) .
Neuzugang Nico Hülkenberg ist bemerkenswert. Nicht nur, weil der Rookie so ziemlich alles gewonnen hat, was man auf dem Weg zur F1 gewinnen kann – incl. A1GP und GP2. Nein, er zeigt auch außergewöhnlichen Einsatz: er ist extra nach Großbritannien gezogen, um näher am Team zu sein und hat dort ein langes Praktikum gemacht, bei dem er an allen Stationen zum Bau des Boliden mitgemacht hat. Viele andere Piloten wissen beispielsweise gar nicht, wie das Auto im Detail funktioniert.
Ich halte ihn für ein Riesen Talent. Aber auch er wird erst mal mindestens ein Lehrjahr haben.

Renault F1
Das Auto ist häßlich und wahrscheinlich auch nicht schnell. Renault ist ganz klar auf dem absteigenden Ast, auch weil kein Geld mehr investiert wird.
Robert Kubica (Polen) und Vitaly Petrov (Russland) hat man aber interessante Fahrer verpflichtet. Nicht nur, weil sie aus Ländern kommen, die nicht gerade für Formel-Nachwuchs bekannt sind sondern auch, weil sie recht fix unterwegs sind.
Für mehr als Achtungserfolge wird’s aber nicht reichen.

Force India
Das Team ist von der dritten auf die zweite Reihe aufgerückt und war letztes Jahr in der Lage, aus eigener Kraft ums Podium mitzufahren – was auch gelang.
Adrian Sutil ist mir nicht symphatisch, aber er ist ein guter Fahrer.
Zu Vitantonio Liuzzi fällt mir hingegen nix ein.
Sie scheinen auch wieder ein fixes Auto hingelegt zu haben. Achtungserfolge – wenn alles paßt, sogar Siege – sind drin.

Scuderia Toro Rosso
Sie müssen jetzt ohne Unterstützung durch Red Bull auskommen und das merkt man. Ein klares Nachwuchsfahrer-Team und mit Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari auch dementsprechend aufgestellt.

Durch die Regeländerungen wurde es möglich, die Hürden für neue Teams deutlich zu senken. Und obwohl sich Toyota und BMW verabschiedet haben, ist das Startfeld sogar gewachsen, und zwar durch folgende Teams:

Lotus F1 Racing
Lotus ist natürlich ein Name, der bei Autoenthusiasten zu Gänsehaut führt. Colin Chapman war ein legendärer Konstrukteuer (u.a. Ground Effect, aktive Radaufhängung) und mit ihm konnte man in der Vergangenheit zig Weltmeistertitel einfahren.
Das jetzige Team hat aber außer dem Namen nichts dem Sportwagenhersteller zu tun. Es setzt sich zusammen aus alten Haudegen der Toyota-Mannschaft und ist gestützt durch eine seltsame Finanzierung aus Malaysia.
Mit Jarno Trulli und Heikki Kovalainen hat man auch erfahrene Piloten an Bord.

HRT F1 Team
Das Team konnte erst in letzter Minute die Finanzierung und Struktur sichern. Dallara baut das Chassis und Cosworth liefert den Motor. Das Auto wird noch keinen Kilometer gelaufen aber dennoch gilt es als riesige Leistung von Colin Kolles, das Team überhaupt schon in Bahrain an den Start gebracht zu haben.
Karun Chandhok – ein Inder – und Bruno Senna – der Sohn des legendären Ayrton Senna – sind die Piloten. Den einen kenne ich nicht und der andere hat bis jetzt nicht gezeigt, daß er das außergewöhnliche Talent seines Vaters geerbt hat.
Ankommen wäre eine riesen Leistung für Team und Fahrer.

BMW Sauber F1 Team
Nachdem BMW ob chronischer Erfolglosigkeit die Notbremse zog, wurde lange Zeit nach einem Verbleib des Teams gesucht. Ziemlich spät sprang dann Peter Sauber wieder in die Bresche, der eigentlich altersbedingt keinen Bock mehr auf F1 hatte.
Dennoch ist die Basis nicht schlecht und von einer erfahrenen Mannschaft geprägt. Die Erfolglosigkeit von BMW hing nicht zuletzt auch an zweifelhaften Entscheidungen aus München – u.a. hatte man sich voll auf KERS konzentriert. Ohne solche Marketing-Entscheidungen gelingt es vielleicht sogar, das Team in den nächsten Jahren wieder auf die Erfolgsspur zu hieven.
Pedro de la Rosa ist lediglich ein erfahrener Testpilot, aber Kamui Kobayashi könnte für einige Überraschungen sorgen. Er ist letztes Jahr mitten in der Saison eingestiegen und hat eines der besten Debuts hingelegt, die ich je gesehen habe. Sollte endlich mal ein schneller Japaner in der F1 auftreten?
Das Team wird aber ein Lehrjahr haben und bestenfalls im Mittelfeld anzutreffen sein.

Virgin Racing
Ein schönes, aber anscheinend in letzter Sekunde zusammengezimmertes Auto. Es gab außergewöhnlich viele Crashes und abfallende Teile in den Trainings. Nicht gut :( .
Timo Glock und Lucas di Grassi werden hier nicht viel reißen können. Wobei der Finanzier Richard Branson (Virgin, bemannte Raumfahrt) einen riesigen Batzen Geld in der Hinterhand hat, um das Team irgendwann mal ganz nach vorn zu pushen.
Wenn sie ohne zu crashen in und durch die erste Runde kommen, wäre das eine Sensation.

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