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Formel 1 2010 – Der Überblick

by Matthias Fraass on März 12th, 2010

Wer gerne beim Smalltalk mitreden möchte, kann gern meine Einschätzung zur neuen Saison nachlesen ;)

Dieses Jahr bringt nicht ganz so viele Neuerungen wie letztes Jahr. Eine einzige Regeländerung führt aber dazu, daß alle Autos dennoch neu konstruiert mußten: Das Tankverbot.

Man muss jetzt also wiedermal mit einer einzigen Tankfüllung durchs Rennen kommen. Dazu wurde die Größe der Tanks ungefähr verdoppelt – von ~110 Liter auf 220 Liter. Das führt zu einem erhöhten Gewicht, erhöhtem Schwerpunkt und dazu, daß in den Chassis mehr Platz für den Tank eingeplant werden muss.
Das bedeutet auch, daß alle Autos am Anfang leicht und am Ende schwer sein werden. Der Unterschied in den Rundenzeiten zwischen einem vollen und einem leeren Auto liegt bei ca. 6 Sekunden. Die Balance ist also deutlich unterschiedlich. Die Herausforderung ist, ein Auto zu bauen, welches mit jedem Füllstand schnell ist. Das ist kein Spagat, das ist ein ganzes Ballett ;) .

Die Reifen dürfen hingegen nach wie vor gewechselt werden. Es wird erwartet, daß die Boxenstops unter 3s dauern werden. In der DTM wird das ja schon gemacht und da liegt der Rekord für einen Boxenstopp mit Wechsel aller 4 Reifen bei 2,91 Sekunden.

KERS (Energierückgewinnung + Boost) ist wieder verboten – es hat am Ende der Saison eh kaum einer genutzt. Es war schlichtweg zu schwer und hat auf die Runde gesehen eher Zeit gekostet als es gebracht hat. Nur auf bestimmten Kursen mit langen Geraden und harten Bremszonen hatten die KERS-Autos einen Vorteil.

Die Doppeldiffusoren, die in der letzten Saison für viel Furore gesorgt haben, hat mittlerweile jeder eingebaut.
Dennoch gibt es schon wieder Stoff für Zoff: McLaren hat ein aerodynamisches System entwickelt, welches es erlaubt, in den Kurven hohen Anpreßdruck und auf der Geraden geringen Luftwiderstand zu bieten.
Vermutlich funktioniert das so:
Über einen Schnorchel vorn am Auto wird Luft eingesaugt, nach hinten geleitet und strömt am Heckflügel aus. Diese Ausströmende Luft führt zu einem Strömungsabriß und damit zu verringertem Luftwiderstand. Der Pilot kann mit seinem Knie ein Ventil betätigen, welches steuert, ob die Luft durchströmt oder nicht. Standard ist wahrscheinlich “offen” und in den Kurven kann er das Ventil schließen. Dadurch wird der Heckflügel wieder klassisch angeströmt und bietet den eingestellten Abtrieb.

Schlicht genial!

Und sie haben’s sogar durch die FIA-Kontrolle gebracht. Es gab auch einen Protest anderer Teams, denn eine Regel besagt, daß “bewegliche Aerodynamik-Teile” verboten sind. Tja – bewegen tut sich in der Tat nichts am Chassis. Aber die FIA hat eindeutig gesagt: das System ist legal.
Meiner Meinung nach wurde hier die Regel nicht eindeutig formuliert.

Das Problem ist, daß das System ins Chassis integriert werden muss. Da die Chassis aber homologiert (abgenommen) sind und eine Änderung bedeutet, daß man nochmal durch die komplette Abnahme incl. Crashtests muss, ist fraglich, ob die anderen Teams hier während der Saison nachholen können.
Aber erstmal gucken, wieviel das System wirklich bringt bzw. ob der McLaren überhaupt schnell genug ist, hier ein Problem für die anderen Teams zu sein.

Teams.. gutes Stichwort.
Die behandle ich im nächsten Beitrag.

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